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Cosmic Religion und Ethik

Nein, ein Vorbild in puncto Ethik war er nicht, Albert Einstein, der Namensgeber der Kosmischen Religion. Seine persönliche ethische Praxis „ließ zu wünschen übrig“, wie Lehrer formulieren würden 

Sogar er selbst hielt sich für einen Versager, was seine persönlichen Beziehungen betraf.
Wir wissen, was er damit meint:

Die Beziehungen zu seinen beiden Ehefrauen waren alles andere als glücklich, von den Anfangszeiten der Verliebtheit abgesehen.

Die guten Beziehungen zu seinen Geliebten waren ebenfalls nur von kurzer Dauer.

Sein Verhältnis zu seinen Söhnen waren nicht besonders fürsorglich. Besonders dramatisch  darf  man seine Haltung zu Lieserl sehen, seiner ersten Tochter. Sie wurde vorehelich geboren und aus Karrieregründen verheimlicht. Mileva hat Lieserl bei ihren Eltern in Serbien zur Welt gebracht und noch mehrmals besucht – im Gegensatz zu Albert. Sie wurde dann entweder zur Adoption freigegeben oder verstarb früh, Man weiß es nicht genau. Bedrückend: Lieserl wurde nie mehr wieder von ihrem Vater erwähnt… 

Dennoch: Dass er seine Fehler und Schwächen hatte, nicht wenige sogar, macht ihn menschlich. Ein großer Physiker muss nicht zugleich ein wunderbarer und vorbildlicher Mensch sein…

Warum wurde er dennoch zu einer moralischen Instanz?

Weil er seine  Autorität als Wissenschaftler einsetzte für Bereiche, die außerhalb der Wissenschaft liegen, nämlich für  Dimensionen wie Religion, Ethik, gesellschaftliches Zusammenleben.

Mit dem Begriff  „Kosmische Religion“ schuf er ein Wort, mit dem sich auch Kritiker herkömmlicher Religionen anfreunden können. 

In Bezug auf Ethik und Weltbild setzte er hochinteressante Maßstäbe:

Er war überzeugter Pazifist, setzte sich unerschrocken ein für Frieden und Gerechtigkeit. Er nahm Nachteile in Kauf,  um bei seinen Idealen zu bleiben:

- In Deutschland litt er unter dem heraufziehenden Nationalsozialismus.

- In Amerika wurde er  angefeindet, weil er  gegen jeden Nationalstolz war.

- Für überzeugte Amerikaner war er Klassenfeind, Sozialist, Kommunist.

- Für überzeugte Juden und Christen war er “böser Atheist”.

Seine Ethik beruhte auf  Verstand und Erfahrung.

Seine Gegner beriefen sich auf  ethische Gesetze, die aus Heiligen Schriften herrührten: Juden  beriefen sich auf ihre Heilige Schrift, vor allem die Bücher Moses mit dem Dekalog, die Zehn Gebote des Alten Testaments. Christen beriefen sich  auf  die Heilige Schrift, das Alte Testament einerseits, andererseits zugleich auf das Liebesgebot,  wie es im Neuen Testament bei Jesus von Nazareth zu finden ist. Eine Auseinandersetzung mit den Anschauungen des Islam war damals nicht aktuell. Den Buddhismus kannte und schätze er, aber ohne erkennbares Engagement.

Die meisten Religionen berufen sich bei der Formulierung ihrer Ethik auf  Überlieferungen und Heilige Schriften.

Eine Ethik, die auf einer Normensetzung von außen beruht, nennt man heteronome Ethik: Man handelt in einer bestimmten Weise, weil eine äußere, andere (hetero-) Instanz es so vorschreibt.

Ganz anders bei Einstein:  Wie gesagt, gründet seine Ethik auf Verstand und Erfahrung. Hier war er ganz Naturwissenschaftler. Die Ethik ist für ihn zunächst eine gesellschaftliche Konvention. Der Mensch möge ethisch handeln, damit sein Handeln voraussagbar sei. Der Mensch möge andere ethisch behandeln,  dass auch er ethisch behandelt  wird. Es ist letztlich das Gebot der Fairness: „Was Du nicht willst, was man Dir tu, das füge auch keinem anderen zu.“  Wenn ich selber ethisch handle, ist die Chance größer, dass auch ich selber mit ethischer Behandlung rechnen kann. Wenngleich es keine Garantie dafür gibt. Es ist eine Annahme, aber eine wohlkalkulierte.

Es ist eine Ethik, die auf  Fairness setzt, auf Reziprokität, auf die begründete Annahme, dass andere Menschen ähnlich denken, fühlen und handeln. Für extreme Zuwiderhandlungen gegen dies Gebot der Fairness und Reziprokität „Wie du mir, so ich Dir!“ gibt es menschliche Gesetze, und die Gesetze werden im schlimmsten Fall, bei groben Verstößen, eingreifen.

Eine solche, vom Menschen selbst (auto-) ausgehende Ethik nennt man autonome Ethik. Der Unterschied zur heteronomen Ethik: Die Gesetze macht sich der Mensch selber. Er definiert selber, was ethisch richtig ist. Er geht aus von traditionellen Regeln und Traditionen, die sich bewährt haben mögen, aber auch der Veränderung unterliegen und angepasst werden können.

Nicht ewig geltende Gesetze der Heiligen Schriften sollen gelten, sondern ethische Maximen, die dem kritischen Nachdenken standhalten.  Wobei säkulare Denker zusätzlich bemerken: Auch die Heiligen Schriften der Menschheit wurden  irgendwann einmal von Menschenhand niedergeschrieben.  Die Theisten berufen sich dabei auf göttliche Inspiration. Der säkulare Denker macht nun geltend, dass dabei auch zeitbedingte Irrtümer und Interpretationen einfließen können. Theistische Fundamentalisten und Hardcore-Schriftgelehrte halten dagegen, es gebe göttliche Verbal-Inspiration.  – Bei solcher Argumentation gelangt der  aufgeklärte Denker ans Ende seiner Geduld, seiner Toleranz und Leidensfähigkeit.  Denn er weiß: Für solch fundamentalistisch denkende Menschen ist die Erde eine Scheibe,  die Sonne kreist um die Erde, der Mensch wurde von Gott aus Erde geformt, die Frau wurde als Untertan des Mannes geschaffen… Es gibt leider genug Menschen, die die Heiligen Schriften wörtlich nehmen und nicht als mythische und poetische Aussage frühen menschlichen Denkens. Als gesellschaftliche Realität  muss man sie anerkennen. Allerdings können sie nicht den Anspruch erheben, in der heutigen Zeit auf wissenschaftlicher Augenhöhe  mit diskutieren zu können. Auch nicht in Bezug auf die Grundlagen menschlicher Ethik.

Interessanterweise ist es eine sehr einfache Regel, auf die sich Einsteins Ethik beruft:  „Das Wesen der Religion ist für mich die Fähigkeit, sich in die Haut des anderen zu versetzen, sich mit ihm zu freuen und mit ihm zu leiden.“ (zit. n. Einstein sagt. Zitate, Einfälle, Gedanken. Piper 1996, 7. Auflage 2005, S.182)  

Das Sympathische an dieser Aussage ist, dass Einstein keine außerirdische Instanz bemüht,  um seine Ethik zu begründen. Andere Denker wie Albert Schweitzer oder Mahadma Gandhi, die er sehr schätzt, arbeiten hier lieber mit höheren Mächten.

Aber Einstein ist es wichtig, dass der Mensch aus sich selber die Kraft besitzt, eine gültige Ethik zu formulieren:  Der Mensch spürt, fühlt, zieht Schlüsse daraus.

Dabei bleibt das Sich-Hineinversetzen-Können eine Leistung, die den bloßen äußerst intensiv auseinander gesetzt hat,  überschreitet. Es ist eine über-rationale Leistung, eine emotionale Leistung, und wenn man es ganz tief sehen will, eine spirituelle Leistung. Sein Nobelpreis-Kollege Albert Schweitzer, der sich mit dem Thema sehr intensiv auseinander gesetzt hat,  nennt es gar eine „mystische Dimension“.

Der  menschliche Geist versetzt sich in dieser Tiefendimension  in eins mit dem anderen: Sollte der andere merken, dass er getäuscht wurde, mag er enttäuscht sein; wenn er es aber gar nicht  merkt, dann könnte man ganz entspannt sein und auf die nächste Situation lauern, in der ich, ohne dass es bemerkt wird, wieder zu meinem Vorteil agiere… Doch nein, so sagt  nun das Gefühl eines wachen und reifen Bewusstseins: Ich habe meinen Mitmenschen übervorteilt, ihn betrogen, geschädigt, ich habe ihm Böses angetan - damit habe ich auch mich selber geschädigt!

Diese Dimension ist eine geistige, spirituelle. Wir sehen sie bei Einstein grundgelegt. Auch wenn er sie nicht konsequent gelebt hat. Sei es, weil die Impulse für ein Mehr an Ethik zu schwach waren, oder weil er einfach nicht anders konnte, im Sinne von: Der Geist war willig, aber das Fleisch war schwach.

Andererseits dürfen wir uns freuen, dass ein großartiger Naturwissenschaftler  seine innere   Stimme  so intensiv vernehmen kann: Trotz Ruhm und Reichtum hat er sich eingesetzt für höhere Belange, Mitmenschlichkeit, soziale Gerechtigkeit und Frieden.

Es ist aller Ehren wert, wenn ein Naturwissenschaftler vom Range Einsteins immer wieder betont,  dass all seine Erkenntnisse zwar wertvoll sind, aber doch „relativ“.

Er hielt das Lebenswerk eines Ghandi oder Albert Schweitzer genialer als seines. Er zeigte uns damit, und dafür können wir ihm dankbar sein, dass auch der strenge Wissenschaftler in puncto Ethik über das empirisch Erfassbare und Messbare, wissenschaftlich Feststellbare hinaus gehen darf. Er darf seine Ethik ansiedeln in  einen Bereich, das das Denken übersteigt und im Über-Rationalen wurzelt.

Einstein gebührt der Verdienst, dass er in klaren Worten eine zeitgemäße Ethik formuliert hat, und zwar in einfachsten Worten. Es ist die Ethik: „Was Du nicht willst, was man Dir tu, das füg auch keinem anderen zu.“

Mehr braucht es im Prinzip nicht. „Fühle dich hinein in den andern, und dann tue, was Du willst.“ So könnte man seine Ethik kurz zusammenfassen.

Das klingt sehr nahe an dem, was wir von einem anderen bekannten Denker kennen: „Liebe, und tue, was Du willst.“ Es ist das berühmte „AMA ET QUOD VIS FAC!“  des Augustinus.  Mit seinem ethischen Leitspruch betonte Augustinus, dass alle Gebote und Verbote unwesentlich seien, und dass die oberste Maxime der Ethik das Gebot der Liebe sei. Wer liebt, werde die Sache schon richtig machen, werde schon richtig handeln.  Nicht Kasuistik und genau vorgeschriebene Ge- und Verbote sollen das Handeln bestimmen, sondern die richtige Haltung, nämlich die der Liebe und Verantwortung.

Dennoch: Das Gebot „Liebe, und tu, was Du willst“  bedeutet viel mehr, verlangt viel mehr  als das viel schlichtere: „Versetze Dich hinein in den anderen, und dann tu, was Du willst!“

Das Sich-Hinein-Versetzen kommt aus mit den „normalen“ Impulsen der Empathie. Wir wissen: Auch die Empathie ist ein Wunder unserer Psyche, bereits teilweise grundgelegt im Tierreich; wir denken an Beispieleder aufopfernden Brutpflege  oder gar an die Pflege für den Nachwuchs anderer Lebewesen.

Liebes-Ethik bedeutet mehr. Liebes-Ethik hat als Grundlage all die Fürsorge und Zuwendung   und Verantwortung für andere, die wir als Mensch für andere Mitmenschen spüren können.  Und diese wird  extrapoliert auf das  Ganze des Lebens.

Nun wird man nie immer das ganze Leben, das ganze Universum lieben können. Aber im Prinzip gilt: Das Leben lieben können, sich selber und sein Leben im Kosmos annehmen können, sich selber in Beziehung und Verantwortung mit anderem Leben zu sehen, dies ist eine  Grundvoraussetzung für eine geglückte Existenz.

Das Sich-Hinein-Versetzen-Können bei Einstein ist ein erster wichtiger Schritt. Und wir können diesen Schritt bereits als einen solchen sehen, der den rein wissenschaftlichen Blick transzendiert. Es ist bereits ein Schritt  hinein in das, was man als Einheitsgefühl und mystisches Gefühl definieren kann.

Noch einmal  überboten wird diese Basis von Albert Schweitzer.  Schweitzer hat in seinen philosophischen Abhandlungen  die Ethik  ebenso in sehr einfachen Worten ausgedrückt.

Seine Formel für die Begründung von Ethik war die „Ehrfurcht vor dem Leben“ bzw. die Erkenntnis: „Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.“ ( Schweitzer, Albert, Kultur und Ethik, zit.n. Müller, W.E.: Die Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben. Schweitzers Ansatz einer dogmatisch wenig vorgeprägten Ethik. In: Zager, W.: Albert Schweitzer und das freie  Christentum. Neukirchener Verlag, 2005; S.116)

An anderer Stelle schreibt er: „Die Weltanschauung der Ehrfurcht vor dem Leben ist ethische Mystik. Sie lässt das Einswerden mit dem Unendlichen durch ethische Tat verwirklicht werden.“ (Schweitzer, Albert: Aus meinem Leben und Denken. Fischer, 7.Auflage 2008, S.202)

Das  Gefühl der Geschwisterlichkeit allen Lebens wird zum Impuls, dass man sich nichts Schlimmes antut, sondern sich Gutes tut, Freude macht, sich hilft, Leben fördert und zur Entfaltung bringt.

Schweitzer  lebt und schreibt in der Tradition des Christentums.  Er nimmt Bezug auf die Jesus-Worte: „Ihr habt gehört: Liebe Deinen Nächsten wie dich selbst. Ich aber sage Euch: Liebet Eure Feinde!“

Es ist eine hohe ethische Stufe, sich selber in rechter Weise anzunehmen und zu lieben, und aus dieser gesunden Selbstliebe heraus auch andere wert zu schätzen und zu lieben.

Dies wird nicht jedem vergönnt sein. Man kann  nicht alle lieben. Und schon  gar nicht absolut schwierige oder gar unmenschliche Charaktere. Hier müssen auch Interpretationen erlaubt sein. Von Nelson Mandela heißt es, er habe im Gefängnis ein Gemüsebeet pflegen  dürfen. Vom Ertrag habe er seinen Mitgefangen abgegeben, und er habe sogar seinen Gefängniswärtern, die ihn gequält haben, etwas abgegeben. War es die Befolgung des Gebotes? Es heißt doch: “Tut Gutes denen, die Euch hassen!“ - Oder war es eine innere Freude, eine Art moralisches Überlegenheitsgefühl. Oder wollte er einfach glühende Kohlen sammeln auf den Häuptern der Peiniger?

Ich denke, Mandela hat seine Wärter nicht gerade geliebt. Aber offensichtlich war  der Impuls in ihm wach, in seinen Peinigern den Menschen zu sehen. Wer das schafft, erwirbt sich trotz äußerem Desaster und Leid eine ethische Überlegenheit.

Ich glaube nicht, dass man sein Handeln als überlegte Rache des spirituell hochstehenden Menschen interpretieren kann. Eher ist es wohl  die Überzeugung, dass im anderen Menschen, mag er auch noch so unmenschlich sein oder tief gesunken sein, das Menschliche vorhanden ist und auf Entfaltung wartet.

Eine zeitgemäße, global akzeptierbare Ethik sollte von religions-affinen als auch von religionslosen Menschen  akzeptiert werden können.

Deshalb ist es nicht sinnvoll, eine Ethik für alle zu fordern, die die Vernunft absolut überschreitet.

Dies ist der Fall bei der christlichen Liebesethik, und es ist sogar der Fall bei der Ethik der Gewaltlosigkeit, wie sie der hinduistisch geprägte Gandhi vorlebte: Keine Gewalt!  Lieber Gewalt erleiden als Gewalt anwenden!

Auch diese Ethik der Gewaltfreiheit ist nicht einfach vermittelbar, auch wenn sie sich im Falle des Aufstandes Indiens  gegen die Briten als vorteilhaft erwiesen hat. Das Bedürfnis nach Notwehr ist zu sehr  in unseren Genen verankert. Um es auszuschalten, bedarf es einer beinahe übermenschlichen Kraft.

Einsteins Formulierung, sich hinein zu versetzen in den anderen, ist dagegen eine solide Basis für eine  moderne Ethik. Sich in andere hinein versetzen zu können ist der Normalfall eines gesund aufwachsenden Menschen.

Aber es ist nicht selbstverständlich. Es gibt Sonderfälle, die diesen Sich- Hineinversetzen-Können unmöglich machen: Vernachlässigung, fehlende Liebe, Gewalt in früher Kindheit und Jugend lassen Menschen zu Soziopathen werden. Psychische Gesundheit ist nicht selbstverständlich. Es ist eine Gnade.  Doch wir sollten bei der Frage nach einer global akzeptierbaren Ethik vom Normalfall ausgehe, nicht vom Sonderfall.

Der normale gesunde Mensch ist zur Empathie fähig, und darauf sollte eine globale Ethik basieren. Eine solchermaßen säkular definierte Ethik kann nun auch ethische Probleme neu bedenken, die religiös fundierten Ethiken versperrt sind.

Wer glaubt, Heiligen Schriften wörtlich nehmen zu müssen, kann kaum als Gesprächspartner in einer modernen Gesellschaft ernst genommen werden.

Denn alle Heiligen Schriften der traditionellen Religionen verurteilen Dinge, die heute fast selbstverständlich geworden sind in modernen aufgeklärten Gesellschaften, vor allem in den  Bereichen

- Zusammenleben der Geschlechter,
- Gleichberechtigung von Mann und Frau, 
- repressionsfreie Sexualität unabhängig von sexueller Orientierung,
- resourcen-schonendes Wirtschaften  etc.

Die Ethik von heute  und morgen m u s s   eine andere sein als diejenige Ethik, die selbstverständlich ausging von der Höherrangigkeit des Mannes, von dem Notwendigkeit von Kriegen, von der Notwendigkeit einer gottgegebenen Obrigkeit, von der unbegrenzten Möglichkeit der Ausnutzung  von Resourcen im Sinne von „Macht Euch die Erde untertan!“ etc. etc.

Es gibt ethische Fragen, zu denen Heilige Schriften kein Wort sagen  k ö n n e n,  weil sie noch keine Ahnung hatten von der Problematik:  Klonen, künstliche Befruchtung, Verlängerung menschlichen Lebens über die biologische Lebensfähigkeit hinaus,  ,  Ausweitung menschlichen Lebens über den Erdball hinaus, bewusster Konsumverzicht trotz  technischer Machbarkeit aus ökologischer und sozialer Verantwortung etc..

Die Ethik der Kosmischen Religiosität  ist geprägt

- von den Menschenrechten,

- vom Prinzip der Gleichberechtigung von Mann  und Frau,

- von der Suche nach einem menschenwürdigen Leben für  alle Menschen.

Diese erd- und menschheitsgeschichtlich relativ neuen Werte haben die traditionellen Religionen nicht im Programm, zumindest nicht von Anfang an. Einfach deswegen, weil die Menschheit zur Zeit der Entstehung der traditionellen Religionen diese Werte noch nicht entwickelt hatte.

Auf der Basis dieser Werte sollte man heute sowohl individuell als auch gesellschaftlich das ethische Handeln ableiten. Die kluge und weise Ethik von heute und morgen bedarf des weisen und herrschaftsfreien Diskurses. Die Ethik einer fernen Zukunft ist uns nicht bekannt. Die Menschheit  wird sie erarbeiten und erringen müssen. Wir können aber hoffen und vertrauen, dass auch künftige Generationen eine Ethik der Menschlichkeit und Fairness – im günstigsten Fall sogar der Liebe entwickeln können.

Trotz trüber  Aussichten beim Blick auf das Weltgeschehen. Schwacher Trost mag uns sein: Die Aussichten waren zu Zeiten eines Albert Einstein, eines Albert Schweitzer  oder Mahatma Gandhi nicht besser…

Peter R. Heigl
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