CC: Act local, think global, feel cosmic

Re-ligio im Sinne von Einstein und Schweitzer ist
die Bindung an Werte wie Mit-Gefühl, Mit-Verantwortung
gegenüber Mit-Mensch, Mit-Geschöpfen, Umwelt, Kosmos,
kosmische Energie, kosmische Kraft, göttlicher Kraft.

“Religion” leitet sich ab von
re-ligare = rück-binden bzw.
re-legere = wieder und wieder anschauen, genau beachten.

Bei Einstein ist Religion die Bewunderung gegenüber Schöpfung und Kosmos, bei Schweitzer ist Religion die Ehrfurcht vor dem Leben
und der göttlichen Schöpferkraft, das Sich-spüren „als Leben, das leben will,
inmitten von Leben, das leben will…“

So haben Einstein und Schweitzer ihr religiöses Bekenntnis formuliert.
Es gibt viele andere Weisen, eine offene Religiosität ausdrücken.

Eine feste, unumstößliche Formulierung kann es nicht geben.

Die kosmische Religiosität braucht keine religiösen Hierarchien.
Dogmatische Formulierungen sieht sie als Irreführung an.

Frei denkende Individuen formen diese Gemeinschaft.
Gleichrangig suchen sie nach Orientierung,
wissenschaftlich und spirituell.

Sie vertrauen auf den Geist: Er weht, wo er will.
Niemand sollte sich als höchste Lehr-Instanz erheben.

Kein Mensch ist unfehlbar.
Leidvolle Geschichte hat uns Menschen gelehrt:
Unfehlbarkeitsansprüche sind Irrwege.
Dies gilt in der Politik wie in der Religion.
Denn Macht führt fast immer zu Macht-Missbrauch.

So denken Meisterdenker wie Einstein, Schweitzer und viele andere.
Ihre Religiosität kommt ohne Dogmen aus.

Das Entscheidende ist:
Tu Gutes! Strebe nach Frieden, Gerechtigkeit und Liebe!

Wer so fühlt, gehört zu einer geistigen Gemeinschaft
von Gleichgesinnten. Man braucht dazu keine Institution.
Man ist Mitglied, wenn man dies sein will.

Man kann selbstverständlich auch weiterhin verbunden sein
mit traditionellen religiösen Gemeinschaften.

Cosmic Religion / religio cosmica kann man als
gemeinsames Dach verstehen. Denn:

Alle Religionen sind Kinder des Kosmos,
wie alle Geschöpfe Kinder des Kosmos sind.

In allen Religionen geschieht Gutes und Wertvolles.
Das gilt es zu bewahren.
Und in allen Religionen gibt es Verirrungen und Verfehlungen.
Dies gibt auch für dogmatischen, militanten Atheismus.

Kosmische Religiosität sieht sich als goldenen Mittelweg.
Sie spürt re-ligio, aber ohne Zwang und Dogma.

Sie ist der Ratio verpflichtet, aber achtet auch das Gefühl.
Sie achtet, bei aller Liebe zur Ratio,
auch die Sprache des Herzens, des spezifisch Humanen,
zu dem auch die vielen Sprachen der Religionen gehören.

Die Religionen sind tastende Versuche des Menschen zu sich selbst.
Ebenso wie alle Philosophien und Weltanschauungen.
Alle Menschen stehen in dieser Geschichte.

Das Gefühl der  Zugehörigkeit
zur religions- und philosophie-übergreifenden Gemeinschaft
der Cosmic Community kann man, wenn man will, ausdrücken:  
CC oder cc  steht für cosmic,  cosmic religion,
cosmic community, communitas cosmica.

Dies mag dann hilfreich sein, wenn man keiner traditionellen Religion angehört, sich aber nicht als religionslos bezeichnen möchte.

Oder auch, wenn man einer Religionsgemeinschaft angehört, aber deutlich machen möchte, dass man diese in kosmischer Verbundenheit mit anderen Religionen sieht.

Ich habe viele weltanschauliche Traditionen kennen und schätzen gelernt; Sprache und  ethische Überzeugungen wurden bei mir geprägt vom Christentum; ich sehe mich weiterhin verbunden mit einem offenen, freien Christentum. Ich sehe es in guter Gemeinschaft mit einer kosmischen Religiosität.

In ein Bild gefasst: Albert Schweitzer und Albert Einstein leben in inspirierender Hausgemeinschaft, in gegenseitiger Wertschätzung und geistigem Austausch. Mit engstirniger Religiosität oder Dogmatismus gleich welcher Art könnten sie beide nichts mehr anfangen.

Wer sich dieser Gemeinschaft zugehörig fühlt, kann sich willkommen fühlen bei Feiern der verschiedenen Religionen.

Offen und ohne Berührungsängste kann man mitfeiern und mitgestalten.
Bei Ritualen wie Hochzeiten, Geburten, Trauerfeiern, Einweihungen etc.
orientiert man sich sinnvoller Weise an den Ritualen, die in den jeweiligen Gesellschaften üblich sind.

Einfühlsam, taktvoll und verantwortungsvoll kann man sie ergänzen mit eigenen Formen, Texten, Gebeten, Meditation, Liedern und Musik,
die der kosmischen Religiosität entsprechen.

Wichtig ist gelebte Hilfe, Fairness, Solidarität, Liebe.

Zum individuellen hilfreichen Tun kommt regionales und überregionales Handeln im Geiste der Menschlichkeit.

In der Cosmic Community reichen sich Religionen die Hand, mehr noch: Man reicht sich die Hand mit Menschen, die von traditionellen Religionen
und Institutionen wenig halten oder ihnen fern stehen. Sie sind deswegen nicht a-religiös. Bestes Beispiel dafür ist Einstein, der Namensgeber.

CC bietet ein gemeinsames Dach für religions-affine Menschen auf der einen Seite und Skeptiker und Agnostiker auf der anderen Seite.

CC ist ein Brückenschlag zwischen Religionen und religionskritischen Weltanschauungen. Sie verbindet Menschen, Religionen und Weltanschauungen durch eine heitere, gelassene, reife Form der Spiritualität im Geiste Einsteins und ähnlich denkender und fühlender Menschen.

CC erhebt keine Beiträge.
CC hat keine Hierarchie oder Organisation.

Das wäre nicht im Sinne Einsteins. Hätte er es gewollt, wäre es leicht für ihn gewesen, organisatorische Weichen zu stellen. Er wollte es nicht. Deshalb soll es auch so bleiben.

Sie zeigt sich im Alltag durch Liebe, Rücksichtnahme, Empathie, Nachdenklichkeit, Innenschau und Zuwendung, Toleranz,Verbindung von Vita activa und Vita contemplativa, verantwortliches Handeln gegenüber Mitmensch, Mit-Geschöpfen, Mitwelt, Kosmos.

Mit dieser Grundhaltung ist man nie allein.

Man wird es allerdings aushalten müssen, zu einer gesellschaftlichen Minderheit zu gehören. Die meisten Menschen brauchen den Schutz
einer gesellschaftlichen Mehrheit, brauchen Führerfiguren, Idole…

Ein Mensch mit reifer Spiritualität kann dieses Bedürfnis der Masse zwar verstehen, wird aber niemals bedingungslose Gefolgschaft leisten.
Man wird eher „Einspänner“ sein, wie es Einstein ausgedrückt hat.

Man liebt, wie Einstein, die „köstliche Einsamkeit“. Aus ihr kann man ebenso Kraft schöpfen wie aus den Feiern mit einer größeren Gemeinschaft. Auch als Minderheit wird man oft genug Kraft spüren, die sich entfaltet im Wissen um die Gemeinschaft von Menschen, welche spüren, dass das Universum, alles Belebte und Unbelebte, durchwoben ist von großartiger göttlicher Energie.

Und man wird danach zu handeln:
weise, solidarisch, hilfreich, liebevoll.

Peter Heigl